Abstammen

Die Familie Geros

Geros Vater war der Graf Thietmar ( 932) von Merseburg. Thietmar gehörte der obersten Schicht des sächsischen Adels an und stand bei der Königsfamilie in hohem Ansehen. Geros Mutter hieß Hiltigart. Wie bei vielen weiblichen Mitgliedern der Familie kennen wir von ihr lediglich den Namen.

Kloster Gröningen, gegründet von Siegfried 936 Aufnahme:Winfried Korf, Quedlinburg

Der älteste Sohn Thietmars war Siegfried ( 937), ein enger Vertrauter Heinrichs I. und vermutlich auch dessen Schwager. Nach Heinrichs Tod 936 wurde Siegfried von dessen Sohn Otto für die Zeit der Krönungsfeierlichkeiten in Aachen zum Legaten ernannt, zum Oberbefehlshaber über die Grafen Sachsens. Siegfried erzog außerdem Ottos jüngeren Bruder Heinrich. Er gründete das Kloster Gröningen und verstarb jung im Jahre 937.

Einen Nachfolger Siegfrieds als Legaten gab es nicht, statt dessen führte Otto I. den Titel marchio (Markgraf) wieder ein. Gero, comes (Graf) im Nordthüringgau und im Schwabengau, wurde zum dux et marchio (Markgraf) erhoben und erhielt Grafenrechte und Besitz in den slawischen Gebieten, die er erobert hatte. Gero war zunächst wie sein Bruder ein enger Vertrauter des Königs, der ihn bei der Vergabe der Markgrafenwürde sogar seinem Halbbruder Thankmar vorzog. In Urkunden überhäufte Otto den Markgrafen mit Ehrenerweisen. 950 gründete Gero auf Eigengut das Benediktinerkloster Frose.

Links: Gefälschtes Siegel Markgraf Geros, um 1200. Oranienbaum, Anhaltisches Gesamtarchiv, Urkunden 1 Nr. 9. Repro:W. Fischer. Rechts: Stiftskirche Frose, gegründet 950 als Benediktinerkloster, 961 in ein Kanonissenstift umgewandelt und Gernrode unterstellt. Aufnahme: Clemens Kosch, Paderborn

Das Verhältnis zwischen König und Markgraf trübte sich 953/4 während eines Aufstandes, in dem Gero gegen Otto mit dem aufständischen Adel sympathisierte. Bei der Niederschlagung des Aufstandes jedoch stand Gero wieder fest an der Seite seines Königs, wie wir aus der Bestätigungsurkunde für Gernrode ersehen können.

Geros Schwester Hidda wird in den Quellen als "heilige" Frau beschrieben. Sie war verheiratet mit Markgraf Christian und Mutter zweier Söhne, dem Markgrafen Thietmar und Gero, dem Erzbischof von Köln. Sie starb auf einer Wallfahrt ins Heilige Land in Jerusalem, wo sie auch beigesetzt wurde.

Eine weitere Schwester Geros war vermutlich Thietsuuind. Sie ist uns nur durch die Eintragungen in den Gedenkbüchern der Klöster Reichenau und St. Gallen bekannt.

Geros älterer Sohn Siegfried wäre sicher seinem Vater im Amt gefolgt. Otto der Große selbst hatte ihn aus der Taufe gehoben, was die enge Bindung Geros an das Königshaus unterstreicht. Er verstarb 961 kinderlos. Die Umstände der Gründung Gernrodes lassen vermuten, dass er nach langwieriger Krankheit verstarb und sein Tod lange absehbar war. Siegfrieds Witwe Hathui übernahm als erste Äbtissin die Leitung des Stifts.

Gero war vermutlich für ein geistliches Amt vorgesehen. Er ist im Lüneburger Nekrolog als diaconus eingetragen.

Kloster Nienburg. Mehrere Herrscherbesuche zeigen die Bedeutung Nienburgs, die der Gernrodes gleichkam. Aufnahme: Winfried Korf, Quedlinburg

Thietmar folgte seinem Vater Christian als Markgraf, Gero wurde zum Erzbischof von Köln gewählt. Die beiden Brüder gründeten 970 das Kloster Thankmarsfelde, das 975 nach Nienburg/Saale verlegt wurde.

 

 

Nienburg wurde die Grablege zahlreicher Familienmitglieder. Diese Grabplatte gehört zum Grab des Markgrafen Thietmar (dargestellt als Stifter mit der Klosterkirche in der Hand) und seines Sohnes Gero II. Quelle: Stadt Nienburg

 

Ein Mann unbekannter Herkunft namens Waldo bezichtigte 979 Gero "von Alsleben" der Untreue gegenüber seinem Kaiser. Gero wurde festgenommen und vor die versammelten Fürsten geführt. Deren Beschluss lautete auf Gottesurteil: Gero musste gegen seinen Ankläger im Zweikampf antreten.Waldo zwang Gero nieder, doch plötzlich sank er selbst tot zusammen. Dieser Beweis der Unschuld rettete Gero nicht vor seinem Schicksal: Noch am selben Tag wurde er auf Befehl des Kaisers hingerichtet! So war sein Tod bei den Zeitgenossen in aller Munde. Wie es zu den Anschuldigungen gegen Gero kam, ist unklar. Eindeutig lassen sich jedoch die Nutznießer benennen: Markgraf Dietrich von der Nordmark und Erzbischof Adalbert von Magdeburg, die mit Gero einen lästigen und mächtigen Konkurrenten los waren.

Die genaue Abstammung Geros ist ungeklärt. Gero gründete mit seiner Schwester Tetta das Kloster Alsleben, aus dem der Gernröder Taufstein stammt.

Hodo war Markgraf der Ostmark und Erzieher von König Otto II.

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